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Führung beginnt mit dem "Warum"

Wer in einer Pflegeeinrichtung arbeitet, kennt den täglichen Spagat: Menschen versorgen, Dokumentation erledigen, Angehörige beruhigen, oft alles gleichzeitig. Beschäftigte berichten, sie „funktionieren nur noch“ und hätten kaum Zeit, einen Schluck Wasser zu trinken. Belastung ist dabei nicht nur ein Gefühl. Sie wirkt direkt auf Gesundheit, Fehlzeiten und Fluktuation. Spätestens, wenn Rückenschmerzen und Schlafprobleme auftreten, wird der Stress spürbar.  Die Ursachen sind vielfältig und oft strukturell bedingt:

Personaldruck - ein/efehlende/r Kolleg*in in der Schicht erhöht die Aufgabenlast für alle, verlängert Wege‐ und Übergabezeiten und lässt Pausen ausfallen;

Schicht- und Nachtarbeit - der ständige Wechsel von Tag- zu Nachtruhe stört den Biorhythmus; Studien verknüpfen Schichtarbeit mit Schlafmangel und Fehlerhäufigkeit;

emotionale Konfrontation - Sterbebegleitung, aggressive Bewohner*innen, Konflikte mit Angehörigen – das „unsichtbare Gewicht“ der Pflege;

Wertkonflikte und moralischer Stress - Pflegekräfte wissen, was nötig wäre, können es aber aus Zeit- oder Budgetgründen nicht leisten. Das quälende Dilemma, fachlich richtig handeln zu wollen, aber organisatorisch gebunden zu sein. Psychische Belastung entsteht nicht nur durch „zu viel Arbeit“, sondern auch durch Mismatch zwischen Person und Umfeld. Menschen gehen mit einem hohen Helfermotiv in den Beruf, treffen aber auf starre Hierarchien, Zeitdruck und geringe Entscheidungsspielräume.

 

Führung beginnt nicht mit dem, was wir tun, sondern mit dem, warum wir es tun. Der britische Autor Simon Sinek hat mit seinem Modell des "Goldenen Kreises" ein einfaches, aber wirkungsvolles Werkzeug geschaffen, um inspirierende Führung zu verstehen und umzusetzen. Der Goldene Kreis besteht aus drei Ebenen: Warum, Wie und Was. Viele Führungskräfte kommunizieren von außen nach innen. Sie erklären zuerst, was sie tun, dann wie, aber selten warum. Erfolgreiche und inspirierende Führung hingegen beginnt beim innersten Kern: dem Warum.

Das Warum beschreibt den Sinn, den Antrieb, die tiefere Überzeugung hinter unserem Handeln. In der Pflege kann das z. B. die tiefe Motivation, Menschen in schwierigen Lebensphasen beizustehen und ihnen Würde zu geben, sein. Das Wie steht für die Art und Weise, wie wir arbeiten, etwa durch wertschätzende Kommunikation, klare Strukturen oder ein modernes Pflegeverständnis. Erst ganz außen folgt das Was: konkrete Aufgaben, wie etwa die tägliche Pflege, Betreuung oder Dokumentation. Für Führungskräfte in der Pflege bedeutet das: Nur wer sein eigenes Warum kennt und es glaubwürdig lebt und kommuniziert, kann Teams wirklich mitnehmen, motivieren und langfristig binden. In der Pflege ist ein klar kommuniziertes "Warum" ein entscheidender Schlüssel zu menschlicher Führung.

 

Eine gesunde Führung knüpft genau hier an: Sie stärkt die Resilienz im Team, schützt die psychische und physische Gesundheit der Mitarbeitenden und beugt Überlastung und Burnout aktiv vor. Indem sie auf Sinn, Vertrauen und Beteiligung setzt, schafft sie ein Arbeitsumfeld, in dem Menschen nicht nur funktionieren, sondern wirksam und wertgeschätzt arbeiten können.

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